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Hydroxyethylacrylat

Hydroxyethylacrylat (HEA) – Produktdetails

CAS-Nr.: [818-61-1]

EG-Nr.: [212-454-9]

Chemische Formel: C₅H₈O₃

Molekulargewicht: 116,12 g/mol

Synonyme: 2-Hydroxyethylacrylat; Acrylsäure-2-hydroxyethylester; β-Hydroxyethylacrylat

    Produktübersicht

    Hydroxyethylacrylat (HEA) ist ein vielseitiges, monofunktionelles Monomer und ein wichtiger Baustein in der Polymerchemie. Es besitzt eine polymerisierbare Acryl-Doppelbindung und eine reaktive Hydroxylgruppe im selben Molekül. Diese Struktur ermöglicht die einfache Copolymerisation mit einer Vielzahl von Monomeren und die Teilnahme an Vernetzungsreaktionen. HEA ist eine klare, farblose bis hellgelbe Flüssigkeit und ist dafür bekannt, die Eigenschaften von Polymerendprodukten deutlich zu verbessern, selbst bei geringen Mengen.

    Wichtigste Spezifikationen

    Eigentum Spezifikation / Typischer Wert
    Aussehen Klare, farblose bis hellgelbe Flüssigkeit
    Reinheit (%) ≥ 97,0
    Wassergehalt (%) ≤ 0,5
    Inhibitor (MEHQ) 200 ± 50 ppm (oder wie angegeben)
    Säuregehalt (als Acrylsäure) (%) ≤ 0,05
    Farbe (APHA) ≤ 30
    Dichte (20 °C) ~1,10 g/cm³
    Siedepunkt ~ 90 °C (bei 5 mmHg)
    Hydroxylzahl (mg KOH/g) ~ 480

    Hauptanwendungen

    Die Doppelfunktionalität von HEA macht es in zahlreichen Branchen unverzichtbar:

    Beschichtungen & Tinten:
    Duroplastische Beschichtungen: Ein primäres Monomer in Beschichtungen für die Automobil-, Industrie- und Haushaltsgeräteindustrie. Die Hydroxylgruppe vernetzt sich mit Melamin-Formaldehyd- oder Polyisocyanatharzen (in PU-Beschichtungen) und sorgt so für ausgezeichnete Härte, Chemikalienbeständigkeit und Kratzfestigkeit.
    Strahlungshärtbare Systeme: Wird als reaktives Verdünnungsmittel und Vernetzungsmittel in UV/EB-härtbaren Beschichtungen, Tinten und Klebstoffen verwendet. Es ist ein wichtiger Bestandteil bei der Synthese von Urethanacrylaten.
    Fotolacke und fotoreaktive Polymere: Werden zur Herstellung von Fotolackharzen für Druckplatten und Elektronik (Halbleiter, LCDs) verwendet.

    Klebstoffe und Dichtstoffe:
    Verbessert die Haftfestigkeit auf verschiedenen Untergründen, einschließlich Metallen und Kunststoffen.
    Erhöht die Vernetzungsdichte und führt so zu überlegener Hitzebeständigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Kohäsionsfestigkeit bei Struktur- und Haftklebstoffen.

    Textilien & Fasern:
    Wird als Comonomer in Faserbehandlungsmitteln und Textilbeschichtungen verwendet, um Wasserbeständigkeit, Knitterfestigkeit und Haltbarkeit zu erzielen.

    Papierverarbeitung:
    Wird in Beschichtungsformulierungen eingearbeitet, um die Nass- und Trockenfestigkeit, die Wasserbeständigkeit und die Bedruckbarkeit zu verbessern.

    Spezielle Anwendungen:
    Schmierstoffindustrie: Dient als chemisches Zwischenprodukt für die Herstellung von Reinigungs- und Dispergiermitteln.
    Elektronik: Wird als Dehydratisierungsmittel bei der Probenpräparation für die Elektronenmikroskopie verwendet.
    Analytische Chemie: Dient als chemisches Reagenz und als Bestandteil von mit Wasser mischbaren Einbettungsmitteln.

    Hauptmerkmale und Vorteile

    Doppelfunktionalität: Die Acrylatgruppe ermöglicht die Copolymerisation, während die Hydroxylgruppe die Vernetzung und chemische Modifizierung erlaubt.
    Verbesserte Leistung: Verleiht den fertigen Polymeren hervorragende Haltbarkeit, Chemikalienbeständigkeit und Haftung.
    Hohe Reaktivität: Kopolymerisiert bereitwillig mit Acrylaten, Methacrylaten, Styrol, Vinylacetat, Acrylnitril und mehr.
    Vielseitigkeit: Geeignet für verschiedene Polymerisationsverfahren, einschließlich Lösungs-, Emulsions- und Suspensionspolymerisation.
    Leistungseffizienz: Sorgt bereits bei geringen Einsatzmengen (typischerweise 2-10%) für eine signifikante Verbesserung der Produkteigenschaften.
    Niedrige Viskosität: Wirkt als effektives reaktives Verdünnungsmittel in strahlungshärtbaren Systemen und trägt dazu bei, die Viskosität der Formulierung zu reduzieren, ohne flüchtige organische Verbindungen (VOCs) zu verwenden.

    Handhabung und Lagerung

    Lagertemperatur: Kühl und gut belüftet lagern. Die empfohlene Lagertemperatur liegt zwischen 2 °C und 25 °C. Vor Frost und hohen Temperaturen schützen.
    Inhibitor: Enthält den Inhibitor MEHQ zur Verhinderung spontaner Polymerisation. Der Inhibitor benötigt Sauerstoff, um zu wirken; daher ist die Lagerung unter Inertgasatmosphäre (z. B. unter Stickstofffüllung) für die Langzeitstabilität unerlässlich.
    Aufbewahrung: In dicht verschlossenen Behältern aus Edelstahl, mit Phenolharz ausgekleidetem Stahl oder Polyethylen aufbewahren. Vor Licht schützen.
    Haltbarkeit: Typischerweise 6 bis 12 Monate ab Herstellungsdatum bei Lagerung unter den empfohlenen Bedingungen.
    Handhabung: Nur mit ausreichender Belüftung und unter Einhaltung technischer Schutzmaßnahmen verwenden. Kontakt mit Haut, Augen und Kleidung vermeiden. Geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, einschließlich chemikalienbeständiger Handschuhe, Schutzbrille und Schutzkleidung.