Global - Premier Propylenglykol: Die multifunktionale organische Verbindung
Physikalische und chemische Eigenschaften
Aussehen und Geruch: Propylenglykol ist eine farblose, transparente und viskose Flüssigkeit. Es hat einen leicht süßlichen Geschmack und ist nahezu geruchlos, wodurch es sich für Anwendungen eignet, bei denen ein neutrales sensorisches Profil erforderlich ist.
Löslichkeit: Es zeichnet sich durch hervorragende Mischbarkeit aus und lässt sich vollständig mit Wasser, Ethanol, Ether, Aceton, Chloroform und vielen anderen organischen Lösungsmitteln vermischen. Aufgrund dieser Eigenschaft eignet es sich als effektives Lösungsmittel und Emulgator in verschiedenen Formulierungen.
Wichtige physikalische Konstanten: Propylenglykol hat eine molare Masse von 76,09 g/mol und eine Dichte von etwa 1,036 g/cm³ bei 25 °C, was etwas höher ist als die Dichte von Wasser. Sein Schmelzpunkt liegt bei -59 °C, wodurch es über einen weiten Temperaturbereich flüssig bleibt. Der Siedepunkt beträgt unter Normaldruck 188,2 °C, was seine Stabilität bei normalen Umgebungstemperaturen belegt. Der Flammpunkt ist mit etwa 99 °C (geschlossener Tiegel) relativ hoch, wodurch die Gefahr einer unbeabsichtigten Entzündung verringert wird.
Chemische Reaktivität: Als Diol kann Propylenglykol an einer Vielzahl chemischer Reaktionen teilnehmen, die typisch für Alkohole sind. Es bildet Ester bei der Reaktion mit Carbonsäuren, was für die Synthese vieler Industrie- und Konsumprodukte von entscheidender Bedeutung ist. Darüber hinaus kann es unter bestimmten Bedingungen Dehydratisierungsreaktionen eingehen, die zur Bildung intramolekularer cyclischer Ether oder intermolekularer Polymere führen.
Anwendungsgebiete
Lebensmittel- und Getränkeindustrie: Propylenglykol erfüllt in diesem Sektor vielfältige Funktionen. Es wirkt als Feuchthaltemittel und trägt dazu bei, die Feuchtigkeit in Lebensmitteln wie Backwaren, Süßwaren und Milchprodukten zu bewahren. Dadurch verlängert es deren Haltbarkeit und erhält die Konsistenz. Als Lösungsmittel dient es zum Auflösen von Aromen, Farbstoffen und Konservierungsmitteln und gewährleistet so deren gleichmäßige Verteilung in Lebensmittel- und Getränkerezepturen. Beispielsweise findet es sich häufig in flüssigen Aromen für Erfrischungsgetränke und als Trägerstoff für ätherische Öle in Lebensmitteln. Es ist in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff (E1520) zugelassen und wird von der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) bei Einhaltung bestimmter Grenzwerte allgemein als sicher (GRAS) eingestuft.
Pharmaindustrie: Propylenglykol spielt in der Pharmazie eine entscheidende Rolle. Es wird häufig als Lösungsmittel für schwer wasserlösliche Wirkstoffe eingesetzt und ermöglicht so deren Herstellung von oralen, injizierbaren und topischen Arzneimitteln. Beispielsweise trägt Propylenglykol in vielen flüssigen oralen Medikamenten zur Auflösung der Wirkstoffe bei und gewährleistet so eine genaue Dosierung. In topischen Formulierungen wie Cremes und Salben wirkt es als Feuchthaltemittel und Penetrationsverstärker und verbessert dadurch die Aufnahme der Wirkstoffe durch die Haut. Darüber hinaus besitzt es antibakterielle und antimykotische Eigenschaften, die zur Haltbarkeit von Arzneimitteln beitragen.
Kosmetik und Körperpflege: Propylenglykol ist ein Hauptbestandteil zahlreicher Kosmetik- und Körperpflegeprodukte. In Hautpflegeprodukten wie Feuchtigkeitscremes, Seren und Reinigungsprodukten wirkt es als Feuchthaltemittel, indem es Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und an die Haut bindet, wodurch diese mit Feuchtigkeit versorgt wird. Dank seiner Lösungsmitteleigenschaften löst es verschiedene Wirkstoffe und Duftstoffe und sorgt so für deren gleichmäßige Verteilung im Produkt. Auch in Haarpflegeprodukten wie Shampoos und Spülungen wird es eingesetzt, um deren Textur zu verbessern und die Aufnahme pflegender Inhaltsstoffe in die Haarstruktur zu unterstützen. In Nagellack dient Propylenglykol als Weichmacher und verhindert, dass der Lack spröde wird und leicht absplittert.
Industrielle Anwendungen: Propylenglykol ist ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Herstellung verschiedener Industriematerialien. Es ist ein wichtiger Rohstoff für die Synthese ungesättigter Polyesterharze, die in der Produktion von glasfaserverstärkten Kunststoffen weit verbreitet sind. Diese Kunststoffe finden aufgrund ihres hohen Festigkeits-Gewichts-Verhältnisses und ihrer Korrosionsbeständigkeit Anwendung in Branchen wie der Automobil-, Bau- und Schifffahrtsindustrie. In der Automobilindustrie werden auf Propylenglykol basierende Frostschutz- und Kühlmittelformulierungen zur Regulierung der Motortemperatur und zur Verhinderung von Überhitzung und Einfrieren eingesetzt. Darüber hinaus dient es als Lösungsmittel und Trägerstoff in Beschichtungen, Druckfarben und Klebstoffen und verbessert deren Leistung und Anwendungseigenschaften.
Zubereitungsmethoden
Epoxypropan-Hydrolyse: Dies ist eines der gängigsten industriellen Verfahren. Dabei reagiert Epoxidpropan (Propylenoxid) in Gegenwart eines Katalysators mit Wasser. Die Reaktion kann unter verschiedenen Bedingungen ablaufen. Bei der direkten Wasserhydratisierung werden hohe Temperaturen (ca. 150–200 °C) und Drücke (0,98–2,94 MPa) eingesetzt, wobei das molare Verhältnis von Wasser zu Epoxidpropan typischerweise bei etwa 20 liegt. Obwohl der Umsatz von Epoxidpropan zu Propylenglykol bis zu 85 % erreichen kann, entstehen auch Polypropylenglykol-Nebenprodukte. Ein anderes Verfahren ist die säurekatalysierte Hydrolyse, bei der eine geringe Menge eines Säurekatalysators (z. B. Schwefelsäure) zugegeben wird. Die Reaktion wird bei einer relativ niedrigeren Temperatur (50–70 °C) durchgeführt, und das resultierende Produkt muss neutralisiert und durch Verfahren wie Vakuumdestillation gereinigt werden, um hochreines Propylenglykol zu erhalten.
Katalytische Hydrogenolyse von Glycerin: Glycerin kann als Rohstoff zur Herstellung von Propylenglykol verwendet werden. Bei diesem Verfahren werden zunächst die Hydroxylgruppen des Glycerins protoniert, gefolgt von einer intramolekularen Dehydratisierung zu Zwischenprodukten wie Enolen und Keto-Aldehyd-Tautomeren. Diese Zwischenprodukte werden dann in Gegenwart eines Katalysators (z. B. eines Kupferkatalysators) hydriert, wodurch schließlich 1,2-Propylenglykol entsteht. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass ein nachwachsender Rohstoff (Glycerin) verwendet wird, der beispielsweise aus der Biodieselproduktion gewonnen werden kann.
Biotechnologische Methoden: Bestimmte Mikroorganismen, wie beispielsweise Bakterien- und Hefestämme, können gentechnisch so verändert werden, dass sie Propylenglykol durch Fermentationsprozesse produzieren. So lassen sich beispielsweise Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae gentechnisch so modifizieren, dass sie Zucker (wie Glucose) oder Glycerin in Propylenglykol umwandeln. Dieser biotechnologische Ansatz ist umweltfreundlicher als herkömmliche chemische Verfahren, da er unter milderen Bedingungen abläuft und potenziell erneuerbare Kohlenstoffquellen nutzen kann. Allerdings werden Produktivität und Kosteneffizienz dieser Methoden weiterhin intensiv erforscht und verbessert.
Vorsichtsmaßnahmen
Gesundheitliche Aspekte: Obwohl Propylenglykol im Allgemeinen innerhalb der zugelassenen Grenzwerte als sicher für die Verwendung in Lebensmitteln, Arzneimitteln und Kosmetika gilt, kann eine hohe Exposition oder Einnahme negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Einnahme großer Mengen kann zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. In schweren Fällen kann es zu einer metabolischen Azidose kommen, einem Zustand, bei dem sich zu viel Säure im Körper ansammelt. Hautkontakt mit konzentriertem Propylenglykol kann bei manchen Menschen, insbesondere bei solchen mit empfindlicher Haut, Reizungen hervorrufen. Längerer oder wiederholter Hautkontakt sollte vermieden werden. Bei der Verwendung in industriellen Umgebungen ist eine ausreichende Belüftung erforderlich, um das Einatmen von Propylenglykol-Dämpfen zu verhindern, da das Einatmen hoher Konzentrationen zu Atembeschwerden führen kann.
Brand- und Explosionsgefahren: Propylenglykol ist entzündlich, hat aber einen relativ hohen Flammpunkt. Seine Dämpfe können unter bestimmten Bedingungen mit Luft explosive Gemische bilden. Lager- und Handhabungsbereiche sind von offenen Flammen, Funken und anderen Zündquellen fernzuhalten. In Bereichen, in denen Propylenglykol gelagert oder verwendet wird, müssen feuerfeste Lagerbehälter und geeignete Feuerlöscheinrichtungen vorhanden sein.
Umweltauswirkungen: Propylenglykol ist zwar biologisch abbaubar, doch kann eine großflächige Freisetzung in die Umwelt, insbesondere in Gewässer, dennoch Auswirkungen haben. In aquatischen Systemen verbraucht es beim Abbau Sauerstoff und kann dadurch Wasserlebewesen schädigen. Daher sind geeignete Abfallmanagement- und Rückhaltemaßnahmen erforderlich, um eine unkontrollierte Freisetzung von Propylenglykol in die Umwelt zu verhindern.
Spezifikationen
| Produktname | Propylenglykol USP-Qualität | |||||||||
| Chemische Formel | C3H8O2 | |||||||||
| Molekulargewicht | 76,09 g/mol | |||||||||
| Aussehen | Farblose, klare, zähflüssige Flüssigkeit | |||||||||
| Schmelzpunkt | -59 °C | |||||||||
| Siedepunkt | 187,3 °C | |||||||||
| Dichte | 1,036 g/cm³ | |||||||||
| CAS-NR. | 57-55-6 | |||||||||
| HS-Code | 29053990 | |||||||||
| EINECS Nr. | 200-338-0 | |||||||||
| Anwendung | Verwendung findet es in Arzneimitteln, Lebensmittelzusatzstoffen, Kosmetika, Frostschutzmitteln und Lösungsmitteln. | |||||||||
Qualitätskontrollblatt
| Produktname | Propylenglykol USP-Qualität | ||||||
| ARTIKEL | STANDARDWERT (%) | TESTWERT (%) | |||||
| Aussehen | Farblose, klare, zähflüssige Flüssigkeit | Farblose, klare, zähflüssige Flüssigkeit | |||||
| Test | 99,80 min % | 99,89 | |||||
| Z.B | 50 ppm (maximal) | 0 | |||||
| DU | 50 ppm (maximal) | 0 | |||||
| Rückstände bei der Verbrennung | 2,5 mg (maximal) | 0,6 | |||||
| Chlorid | 0,007 max Gewichtsprozent | ||||||
| Sulfat | 0,006 max. Gewichtsprozent | ||||||
| Schwermetalle | 5max ppm | ||||||
| Spezifisches Gewicht | 1,035-1,037 25℃ | 1,0355 | |||||
| Säuregrad (0,1 N NaOH) | 0,05 ml max. | 0,02 | |||||
| Feuchtigkeit | 0,10 max Gewichtsprozent | 0,057 | |||||
| Fe | 0,1 ppm max. | 0 | |||||
| Farbe | 10max Pt-Po | ||||||
| IBP | 184℃ | 184,5 | |||||
| DP | 189℃ | 186 | |||||








